Generalversammlung ECIA Antwerpen

Bericht  von Paul Prinz

ECIA- Generalversammlung 2018, Antwerp, Belgium, 14-16.09.2018

Gruppenbild der Teilnehmer

Alle Teilnehmer haben sich im Hotel INDIGO in Antwerpen am 14.09. eingefunden und auch gleich Kontakte vertieft, auch Wiedersehen war natürlich sehr freudig. Der BÖIA war mit  Martin Thörnblom und mir vertreten.

Im Anschluss fuhren wir mit der Metro in die Stadt und konnten das Haus/Büro des Architektenpaares Cuypers & Q architecten besuchen und im Rahmen einer Führung auch im Detail kennen lernen. Es handelt sich um einen reinen Stahlbetonbau, auch die Oberflächen im Innenraum zeigen klar die Struktur des Materiales. Die Vermischung Büro mit Privatbereich wurde mittels einer geschickten Stiegenlösung bewerkstelligt, die Erreichbarkeit aller Ebenen ist auch mittels Aufzug möglich. Für alle Teilnehmer war es ein interessanter Einblick in die Struktur des Gebäudes.

Nach einem kurzen Spaziergang kamen wir zu einem Besuch in der Gallery Valerie Traan und auch hier ist die Vermischung der Raumstrukturen Galerie zu Privatbereich sehr einfallsreich gelöst. Im Bereich der Galerie ist in das bestehende ältere Haus eine Stahlbetontreppe eingebaut worden, über diese erreicht man die verschiedenen Ebenen, die für die Galerietätigkeit benützt werden. Daraus ergeben sich zwangsläufig sehr interessante Ein- und Durchblicke. Der Abend wurde mit einer köstlichen Versorgung mit Speisen und Getränken beschlossen.

Court of First Instance at Antwerp, Antwerp Division
Court of First Instance at Antwerp, Antwerp Division
Shopping Stadsfeestzaal
Shopping Stadsfeestzaal
Gallery Valerie Traan
Gallery Valerie Traan
Office Cuypers & Q Architects
Office Cuypers & Q Architects

Generalversammlung
Generalversammlung

Am 15.09. fand die ECIA – Generalversammlung in den Räumen der Universität von Antwerpen statt. Insgesamt waren 40 Teilnehmer dabei, aus 18 Ländern, was die Vielfältigkeit deutlich unterstrich. Neue Kollegen aus Deutschland (BAK), Malta (MIDA), Bulgaria und Ireland Cork Institute waren erstmals mit dabei. Auch teilgenommen haben die Vertreter des IFI an der Vormittagssitzung. Letzteres war insoferne von Interesse, weil dadurch die weltweiten Entwicklungen angesprochen wurden, wobei auch die notwendige Verbindung und der Austausch auf internationaler Ebene als notwendig dargestellt wurde.

Die Tätigkeiten des ECIA in den letzten Jahren hatten den Fokus auf die Entwicklungen der Mitgliedschaft, der Ausbildungsvereinheitlichung und auch der Berufsausübung an sich, Bezug genommen. So ist die rechtliche Situation in den Ländern sehr unterschiedlich, was sich auch in Honorarfragen niederschlägt. Diese Unterschiede wurden auch in Diagrammen recht anschaulich vermittelt. Klar ist dabei, dass die Kommunikation und der Austausch zwischen den Unterrichtenden und den Berufsausübenden vertieft werden muss. Hier wurden seitens des ECIA mit Professoren bereits intensive Gespräche geführt, die noch vertieft werden sollen.

Im Zuge der Sitzung wurde auch der Finanzbericht präsentiert, die diesbezügliche Entlastung des Vorstandes wurde erteilt. Für das neue Budget ist festzuhalten, dass durch die Teilnahme des BAK (Deutsche Bundesarchitektenkammer) die Einnahmenseite deutlich verbessert wird. Dadurch wird sich insgesamt der Handlungsspielraum auf der monetären Seite erleichtern.

Die Wahl des neuen Vorstandes konnte nun einen neuen Generalsekretär festlegen, zudem werden für die Folgejahre eine Reihe von Vorstandsmitgliedern aus dem Vorstand ausscheiden. Erfreulicherweise gibt es schon jetzt ausreichend Bewerbungen.

Nach Sitzungsende gab es noch eine Dinner – Party in der Industriezone von Schijnpoort im Büro (derzeit noch Rohbau) einer belgischen Kollegengruppe.

Der Sonntag, der 16.09., brachte uns die Abwechslung einer Radtour durch Antwerpen mit Augenmerk auf neue Bauten, so zB. Eilandje, der alte Hafen, nunmehr in einer Neuentwicklungsphase, die Besichtigung des Museums moderner Kunst mit einem herrlichen Blick von der Dachterrasse über Antwerpen, das Havenhuis mit einer Überbauung durch Zaha Hadid Architects, Wohnbauten von Diener & Diener, einer besonders gestalteten Radfahrerbrücke, Bauten von NoA architecten und dem Abschluss des gemeinsamen Ausfluges mit einem Picknick im Park Spoor Noord. Hier sei der Organisation gedankt für das hervorragende Picknick und vor allem für einen sensationellen Vertrag mit dem uns gnädigen Wettergott – es gab sommerliches Wetter.

Havenhuis von Zaha Hadid
Havenhuis von Zaha Hadid
Eilandje, near Museum aan de Stroom
Eilandje, near Museum aan de Stroom
ECIA Picknick, Park Spoor Noord
ECIA Picknick, Park Spoor Noord
Havenhuis von Zaha Hadid
Havenhuis von Zaha Hadid

Meine persönliche Impression: Es ist für den BÖIA von eminenter Bedeutung, auch weiterhin die Verbindung über den ECIA zu den Organisationen der europäischen Länder zu pflegen und auch auszuweiten. Die Vereinheitlichung der Ausbildung, des Berufsbildes und der wirtschaftlichen Grundlagen der Innenarchitekten kann uns in Österreich nur weiterbringen. Besonders ist darauf hinzuweisen, dass die BAK dank ihrer starken Mitgliederstruktur (ca. 134.500 Mitglieder) auch über ein Lobbying-Büro in Brüssel verfügt. Es kann für uns nur ein Vorteil sein, wenn wir diesen Kontakt auf die europäische Ebene ausweiten und die Zusammenarbeit suchen.

International sollte auch auf der Ebene des IFI der Kontakt intensiviert werden. Allein durch die hohen Bedürfnisse an Planungen im asiatischen und s üdamerikanischen Raum ist dort die wahre Entwicklung in der Innenarchitektur durch den breiten Markt nicht nur zu erwarten, sondern bereits greifbar. Und insgesamt darf auch der afrikanische Kontinent nicht vergessen werden, es ist dort zwar eine langsame Entwicklung, aber eine stetige.

Fotos: ©Paul Prinz